Hier noch einige Informationen u.a. von Nik und Gonzague zu Jubilate Deo:
1. Jubilate Deo
Dieser eröffnende Satz setzt den traditionellen lateinischen Text des Psalm 100 („Jauchzet dem Herrn, alle Welt!“) in voller chorischer Kraft um. Klanglich ist er festlich und einladend – ein Ausruf der Freude und des Lobpreises mit dem klassischen „Jubilate Deo, omnis terra“
2. Ve adthor vador
Hier mischt Forrest hebräische und arabische Sprachfragmente aus dem Psalm („Segen sei seinem Namen…“) in einem Satz für Solisten und Chor. Dadurch entsteht ein interkultureller Dialog, der die weltweite Dimension des Lobpreises betont. Dan Forrest nutzt diesen Vers bewusst in Hebräisch (und kombiniert ihn im selben Satz mit Arabisch), um die gemeinsame geistliche Wurzel und den universalen Charakter des Lobpreises zu zeigen. Musikalisch wirkt der Satz oft ruhig, getragen und kontemplativ – fast wie ein gesungener Segen.
3. Ta cao chang de yang
Dieser Abschnitt ist in Mandarin mit den Texten aus Psalm 100 Vers 3 und Psalm 23 Vers 1. Musikalisch hat er einen lyrischen, fast meditativ-ruhigen Charakter, oft mit der Sopranistin über dem Chor. Dieser Satz ist einer der ruhigsten und innigsten im ganzen Werk.
Forrest verbindet hier den gemeinschaftlichen Gedanken („wir sind sein Volk“) mit dem persönlichen Vertrauensbekenntnis („mein Hirte“). Das Mandarin verstärkt dabei den sanften, fließenden Charakter – sehr „singig“, ein Wiegenlied des Glaubens.
4. Ngokujabula!
„Ngokujabula!“ bedeutet „Mit großer Freude!“ – dieser Satz in Zulu ist rhythmisch lebendig und kraftvoll. Der Chor singt hier die Einladung zum Lobpreis mit einem afrikanischen sprachlichen und stilistischen Einfluss. Dieser Satz ist: rhythmisch sehr prägnant, voller Bewegung und Energie, oft mit perkussivem Charakter im Chor. Das isiZulu mit seinen klaren Vokalen und Betonungen unterstützt perfekt den tanzenden, freudigen Lobpreis – einer der mitreißendsten Momente des ganzen Werks. isiZulu oft Zulu genannt ist eine südafrikanische Sprache, die zum Zweig der Bantu-Sprachen gehört. Sie ist die am weitesten verbreitete Muttersprache in Südafrika und eine der 12 offiziellen Landessprachen.
5. Benedecid su nombre
Im fünften Satz singt der Chor spanische Auszüge des Psalmtextes („Preiset seinen Namen“). Diese Bewegung verbindet warm-sonore Harmonien mit solistischen Stimmen und schafft eine feierliche, gesangliche Atmosphäre. Auch wenn der Satz wärmer und lyrischer ist: keine folkloristischen Effekte, kein „Tango-“, „Salsa-“ oder „lateinamerikanischer“ Akzent, der Charakter ist feierlich, gesanglich, liturgisch
Man kann ihn sich eher vorstellen wie spanischer Psalmgesang in moderner Klangsprache, nicht wie ein regionales Volkslied.
Im fünften Satz singt der Chor spanische Auszüge des Psalmtextes („Preiset seinen Namen“). Diese Bewegung verbindet warm-sonore Harmonien mit solistischen Stimmen und schafft eine feierliche, gesangliche Atmosphäre. Auch wenn der Satz wärmer und lyrischer ist: keine folkloristischen Effekte, kein „Tango-“, „Salsa-“ oder „lateinamerikanischer“ Akzent, der Charakter ist feierlich, gesanglich, liturgisch
Man kann ihn sich eher vorstellen wie spanischer Psalmgesang in moderner Klangsprache, nicht wie ein regionales Volkslied.
6: Song of the Earth
Ein instrumentaler oder vokal untextierter Satz, der keine gesungenen Worte hat, sondern musikalisch die Musik selbst als Ausdruck des Lobpreises nutzt. Er wirkt wie eine Klanglandschaft zwischen den sprachlichen Sätzen.
Hier gibt es keinen vollständigen Psalmtext, sondern nur Vokalklänge und gelegentlich einzelne Rufe wie „Alleluia“ bzw. „Praise Jehovah“
Nicht über Gott wird gesungen – das Sein, der Atem, der Klang an sich wird zum Lobpreis.
- Ruhig, weit, schwebend, oft lang gehaltene Linien, viel Vokalklang (z. B. ah, oh, oo), stark vom Orchester/Farbklang getragen, kaum rhythmische Schärfe, eher Fluss
- offene Quinten
- modale Harmonik
- langsame Spannungsbögen
- Klanglich erinnert der Satz eher an Natur, Weite, Landschaft als an Sprache.
- Noch bevor der Mensch spricht, lobt die Schöpfung.
- Lobpreis ist größer als Sprache.
Dieser Satz steht und fällt mit:
- Klangqualität
- absolut reiner Vokal
- keine Konsonanten, hinter denen man sich „verstecken“ kann
- Intonation
- sehr lange Bögen
- gemeinsames Atmen entscheidend
- kein individuelles „Singen“, sondern kollektiver Klang
- eher lauschen als machen
- weniger Ausdruck „nach aussen“
Der Satz ist mit folgenden zwei Bibelstellen überschrieben:
Lukas 19, 40:
Jesus‘ letzte Tage in Jerusalem. An dieser Stelle: Er zieht mit den Jüngern nach Jerusalem. Seine Jünger lobten Gott freudig und laut. Da riefen einige Pharisäer, Jesus soll die Jünger zum Schweigen bringen. Da antwortete er:
Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien
Psalm 96,11-12:
11 Der Himmel soll sich freuen, die Erde soll jauchzen, das Meer soll tosen mit allem, was darin lebt!
12 Der Ackerboden soll fröhlich sein samt allem, was darauf wächst; alle Bäume im Wald sollen jubeln!
7. …omnis Terra
Das Finale vereint viele der zuvor gehörten Themen, Sprachen und musikalischen Ideen. Der Ruf „Omnis terra, jubilate!“ („Alle Länder, jubelt!“) wird hier noch einmal kraftvoll zusammengeführt — als großer, globaler Lobpreis zum Abschluss.
Originaltext (Latein – adaptiert):
Omnis terra, jubilate; omnis terra, laudate,
Omnis terra, jubilate Deo!
Sing for joy, dance in gladness, shout for joy, all the earth
Deutsche Übersetzung:
Alle Erde, jubelt; alle Erde, lobt!
Alle Erde, jubelt dem Gott!
Der Text ist bewusst reduziert und konzentriert sich auf den Kern: Kein Erzählen, kein Erklären – kollektiver Ruf.
Nach Satz VI hat die Schöpfung ohne Worte gesungen. Jetzt antwortet die Menschheit mit einem einzigen gemeinsamen Ausruf. Rhythmische Energie aus dem Zulu-Satz. Weite Linien aus dem Mandarin-Satz. Festliche Geste aus dem Eröffnungssatz.
Alles wird: lauter, höher, dichter
- Die Welt jubelt (Sätze I–V)
- Die Schöpfung selbst singt (Satz VI)
- Jetzt jubelt alles gemeinsam (Satz VII)
Das Finale funktioniert nur, wenn Satz VI wirklich ruhig war. Ohne die Stille davor wirkt es „nur laut“. Was in vielen Sprachen begann und in der Stille der Schöpfung ruhte, endet im gemeinsamen Jubel der ganzen Erde.