Wir haben in November einige Sänger:innen, die ihren Geburtstag feiern dürfen. Wir gratulieren sie herzlichst zum Geburtstag.
01-11 Ekkehard Föhr 02-11 Urs Gilgien 03-11 Erika Ammann 06-11 Elisabeth Känzig-Isler 10-11 Ellen Dalacker 13-11 Maia Grütter 14-11 Christoph Zbinden 14-11 Susanne Luginbühl 19-11 Susann Kanne van Nieuwkoop 22-11 Jürg Wegmüller 25-11 Armin Gambon 28-11 Monika Bühlmann
Wie immer gibt es ein Musikvideo – diesmal jedoch keine Chor‑ oder Solistenaufnahme, sondern eine wunderbar feinsinnige Bearbeitung des Andantes aus Bachs Orgelsonate Nr. 4.
Wer dies lieber auf dem Klavier hört: Hier ist eine Aufnahme mit Víkingur Ólafsson.
und für die Puristen:
Und hier findet man alle bisherige Geburtstags-Videos.
Wir werden die nachfolgend aufgeführte Stücke proben (die Nummern beziehen sich auf die Carus-Ausgabe). Zu jedem Stück findet Ihr einen Link zum entsprechenden Text sowie eine YouTube‑Aufnahme, eingespielt vom Ensemble Pygmalion unter der Leitung von Raphaël Pichon.
Das Carus‑App bietet eine sehr hilfreiche Funktion: Übungsschleifen. Damit lässt sich ein bestimmter Abschnitt eines Stücks in einer fortlaufenden Wiederholung üben – ideal für schwierige Stellen oder gezieltes Techniktraining. Bitte beachten: Die Übungsfunktion steht nur zur Verfügung, wenn das Werk zuvor auf der Carus‑Homepage erworben wurde.
Im Folgenden erkläre ich die Erstellung einer Schleife im Internetbrowser auf dem Computer. Wer das App auf dem Smartphone oder Tablet nutzt, kann die Schleifen ebenfalls dort anlegen; es ist jedoch etwas umständlicher, weil man auf dem kleineren Bildschirm mit dem Finger statt mit der Maus arbeitet. Für alle, die das Carus‑App zum ersten Mal verwenden: Hier findet sich eine kurze Einführung.
Das gewünschte Werk auswählen und herunterladen (falls noch nicht geschehen).
2. Vorbereitung: Takte festlegen
Bevor man eine Übungsschleife erstellt, sollte man sich die Takte notieren, die wiederholt werden sollen. Beispiel: In der Johannespassion, Eingangschor, möchten wir für die Altstimme die Takte 49 bis 55 üben. Wichtig: Man kann nicht mitten im Takt beginnen – Schleifen umfassen immer ganze Takte.
3. Schleife setzen
Mit der linken Maustaste lange auf den ersten Takt klicken, also auf Takt 49. Manchmal erscheint das Schleifensymbol nicht exakt am gewünschten Takt. Beispiel: Das Symbol landet bei Takt 48 statt 49. Das ist normal und wird gleich korrigiert (siehe Abbildung)
Gleichzeitig wird auch das Endsymbol der Schleife gesetzt – es sieht aus wie das Anfangssymbol, nur spiegelverkehrt.
4. Schleife anpassen
Klicke nun auf das Anfangs- oder Endsymbol. Es erscheinen mehrere Symbole:
Blauer Kreis mit weißem Kreuz – Schleifensymbole ausblenden
Grüner Kreis mit weißem Pfeil – Abspielen
Doppelpfeil mit „1“ – Takte hinzufügen oder entfernen
Gelber Kreis mit Bleistift – Taktzahlen bearbeiten
Roter Kreis mit Papierkorb – Schleife löschen
Für die genaue Einstellung der Takte:
Gelben Kreis (Bleistift) anklicken
Die vorgeschlagenen Taktzahlen durch Ziehen mit der Maus anpassen (siehe Abbldung)
OK klicken
Jetzt ist die Schleife korrekt gesetzt.
5. Schleife üben
Zum Üben:
Auf das Schleifensymbol klicken
Den Abspielknopf wählen
Die Schleife läuft nun fortlaufend, bis man stoppt
Beenden:
Irgendwo außerhalb der Schleife in die Partitur klicken
Zusätzliche Optionen:
Coach aktivieren
Tempo verlangsamen, um schwierige Stellen gezielt zu üben.
In der Zeitung Der Bund wurde am 30. September das neue Buch von «unserer» Vreni besprochen. Hier folgt die Zusammenfassung des Artikels. (Den vollständigen Artikel kann man mit einem Bund‑Abo lesen.)
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Frieda Rosa, einer 1904 geborenen Bernerin, deren Zukunft zunächst vielversprechend erscheint. Ihr Vater ermöglicht allen Kindern eine solide Ausbildung, und Frieda Rosa wird Modistin, arbeitet als Gouvernante in Frankreich und England und führt später ein eigenes Geschäft in Wichtrach. Sie ist eine moderne, selbstständige Frau, die sogar Auto fährt. Doch nach einer enttäuschten Liebe und aus Angst, unverheiratet zu bleiben, lässt sie sich auf einen entfernten Verwandten ein, der vor allem an ihrer Mitgift interessiert ist. Die Ehe wird zum Unglück ihres Lebens: Der Mann besucht in der Hochzeitsnacht seine Dienstmagd, ist geizig, kontrolliert sie, verbietet ihr das Autofahren, wird gewalttätig und zwingt sie zu harter Arbeit auf seinem Landwirtschaftsbetrieb. Die damalige rechtliche Lage, die verheiratete Frauen stark einschränkte, verstärkt ihre Ausweglosigkeit.
Fröhliche Ausfahrt mit Frieda als Vierte von links: In Nizza arbeitete die junge Bernerin Ende der 1920er-Jahre als Gouvernante. Foto: PD
Vreni, Frieda Rosas Nichte, rekonstruiert dieses Schicksal in einem neuen Mundartroman. Sie verbindet Erinnerungen ihres Vaters mit eigenen Recherchen zur Stellung der Frauen in der Schweiz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Roman besticht durch erzählerische Empathie, genaue Beobachtung und eine differenzierte, gut lesbare Mundart. Besonders eindrücklich ist der Kontrast zwischen den lebendigen, fast filmischen Szenen des Anfangs und dem Strudel des letzten Drittels, der Frieda Rosas Leben in die Fremdbestimmung reißt. Ein Riss im Familienalbum, dessen Fotos die Kapitel begleiten, markiert den Wendepunkt. Das tragische Ende der Protagonistin erwähnt die Autorin nur in einem einzigen Satz – ein stiller, pietätvoller literarischer Schluss. Zurück bleiben Angehörige, die sich mit Schuldfragen quälen. Der Roman zeigt, wie ein individuelles Schicksal weit über sich hinausweist und grundlegende Fragen nach Freiheit, Abhängigkeit und dem Warum menschlicher Entscheidungen berührt.
Wer an Bachs Johannespassion denkt, denkt oft zuerst an die grossen Solopartien: an den Evangelisten, der die Passionsgeschichte erzählt, an die eindringlichen Arien, an die Stimme Jesu. Der Chor? Der scheint auf den ersten Blick eher eine Nebenrolle zu spielen – ein paar Choräle hier, ein kurzer Einwurf da.
Ein Blick auf die Stücke, in denen die einzelnen Stimmen mitwirken, zeigt: Dieser Eindruck täuscht gewaltig.
Die Zahlen sprechen für sich
Die Grafik zeigt es deutlich: Der Chor nimmt mit 52 Minuten das grösste Segment ein – noch vor Tenor, Bass, Sopran und Alt. Er ist damit an mehr Musik beteiligt als jede einzelne Solostimme für sich. Von einer «Nebenrolle» kann also keine Rede sein: Der Chor prägt einen grossen Teil der Aufführung mit – oft gemeinsam mit den Solist*innen, etwa wenn er in denselben Sätzen wie Bass oder Tenor auftritt.
Warum das so ist
Diese Präsenz verteilt sich auf mehrere zentrale Aufgaben:
Da sind zunächst die berühmten Turbachöre (12 Minuten) – die dramatischen, oft kurzen und hochenergetischen Einwürfe der aufgebrachten Menge, der Hohepriester oder der Soldaten («Kreuzige!», «Wir haben ein Gesetz», «Sei gegrüsset, lieber Judenkönig!»). Diese Chöre sind musikalisch enorm anspruchsvoll: schnell, rhythmisch komplex, voller Spannung – und sie treiben die Handlung der Passion überhaupt erst voran.
Dazu kommen die grossen Rahmenchöre (23 Minuten) – der monumentale Eingangschor «Herr, unser Herrscher» und der Schlusschor «Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine», die das Werk mit voller Wucht eröffnen und in stiller Trauer beschliessen.
Und schliesslich die Choräle (17 Minuten): jene schlichten, vierstimmigen Sätze, die dem Publikum immer wieder Raum zum Innehalten geben – ruhige Inseln inmitten des dramatischen Geschehens, ebenfalls vom gesamten Chor getragen.
Genau diese Präsenz macht die Johannespassion für uns Chor zu einem so lohnenden, aber auch fordernden Projekt: Wir sind nicht blosser Farbtupfer im Klanggeschehen, sondern tragen das Werk über weite Strecken mit.
Am Samstag, den 14. und Sonntag, den 15. November führt der Cäcilienchor unter der Leitung von Nik die Cäcilienmesse von Gounod und das Magnifiat von Rutter auf.
Diesen Monat haben folgende Chormitglieder ihren Geburtstag:
03-10 Hans Liechti 18-10 Hansruedi Kull 28-10 Alfred Flückiger 28-10 Andrea Frost-Hirschi
Wir gratulieren sie von Herzen. Zum Wegträumen hier das berühmte Miserere von Allegri.
Zum Stück: Im Jahr 1630 schrieb Gregorio Allegri ein Werk, das bald zu einer Legende werden sollte: ein neunstimmiges Miserere, bestimmt für die Sixtinische Kapelle, gehütet wie ein Schatz und angeblich so streng geschützt, dass jede unerlaubte Abschrift mit Exkommunikation bedroht war. In 1770 hörte Mozart auf seiner Rom-Reise das Miserere zum ersten Mal und schrieb am Abend das gesamte Werk aus dem Gedächtnis nieder. Als das Werk später gedruckt wurde, schlich sich ein Übertragungsfehler ein. Ein ganzer Abschnitt landete eine Quart zu hoch im Notentext. Plötzlich musste die Sopranstimme ein dreigestrichenes c erklimmen. Jahrhunderte später griff das King’s College in Cambridge diese Tradition mit britischem Humor auf. Als Aprilscherz veröffentlichte der Chor eine Aufnahme, in der ein Chorjunge vor dem hohen Einsatz scheinbar Helium aus einem Ballon inhalierte, um das legendäre hohe c zu erreichen.