Die Hauptversammlung findet am 10. März um 19:00 Uhr im KGH statt. (Achtung: im alten Probenplan stand als Anfangszeit 19:30 Uhr). Wir proben anschliessend das Jubiläum-Programm.
Die beiden Stücke Solidaritätslied und Resolution, die wir im Maikonzert singen, stammen aus der Feder von Hanns Eisler.
Hanns Eilser war ein österreichischer Komponist, Musiktheoretiker und politischer Künstler, der als einer der prägnantesten Vertreter des engagierten Musikschaffens im 20. Jahrhundert gilt. Besonders bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht und seine Beiträge zur politischen Liedkultur.
Geboren am 6. Juli 1898 in Leipzig als Sohn des Philosophen Rudolf Eisler, wuchs Hanns Eisler in Wien auf und wurde nach dem Ersten Weltkrieg Schüler von Arnold Schönberg. Obwohl er sich von Schönbergs Zwölftontechnik später distanzierte, blieb er dessen kompositorischer Strenge verpflichtet. Anders als Schönberg sah Eisler Musik nicht nur als ästhetisches, sondern als gesellschaftliches Medium: Sie sollte aufklären, mobilisieren und verändern.
In den 1920er-Jahren zog Eisler nach Berlin, wo er sich der kommunistischen Bewegung anschloss und für Arbeiterchöre sowie Agitprop-Gruppen komponierte. Seine Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht begann 1928 und prägte sein Schaffen über Jahrzehnte. Gemeinsam entwickelten sie eine neue Form des Musiktheaters, das politische Inhalte mit künstlerischer Radikalität verband – etwa in Werken wie Die Massnahme oder Die Mutter. Eisler schrieb auch zahlreiche Kampflieder, darunter das berühmte Einheitsfrontlied, das zur Hymne der antifaschistischen Bewegung wurde.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ging Eisler ins Exil, lebte zunächst in Europa, dann ab 1938 in den USA. In Hollywood komponierte er Filmmusik und schuf das Hollywooder Liederbuch, eine Sammlung von Liedern auf Texte von Brecht, Hölderlin und anderen, die persönliche und politische Erfahrungen des Exils reflektieren. Seine Nähe zur kommunistischen Bewegung führte 1947 zur Vernehmung durch das Komitee für unamerikanische Aktivitäten und schliesslich zur Ausweisung aus den USA.
1948 kehrte Eisler nach Europa zurück und liess sich in Ost-Berlin nieder, wo er sich am Aufbau des Musiklebens der DDR beteiligte. Er komponierte unter anderem die Nationalhymne Auferstanden aus Ruinen, blieb aber ein kritischer Geist, der sich nicht vorbehaltlos den kulturpolitischen Vorgaben des SED-Regimes unterordnete. Trotz zahlreicher Ehrungen kam es immer wieder zu Spannungen mit den Behörden.
Eislers Werk umfasst Lieder, Kammermusik, Orchesterwerke, Bühnen- und Filmmusik sowie musiktheoretische Schriften. Er starb am 6. September 1962 in Ost-Berlin. Sein Schaffen steht für eine Musik, die sich nicht in Schönheit erschöpft, sondern Stellung bezieht – kompromisslos, analytisch und zutiefst humanistisch.
Hier findet Ihr die Übungshilfen: Zuerst jeweils die Version mit der hervorgehobenen Stimme, direkt darunter die Aufnahme nur mit der jeweiligen Einzelstimme (z. B. nur Alt). Es gibt auch mp3-Dateien mit allen Stimmen. Das ganze Material stammt von Dan Forrest und kann auch auf der Jubilate-Deo-Homepage angesehen werden.
Ganz zuunterst stehen Euch mp3-Dateien zur Aussprache zur Verfügung – die Texte werden in der jeweiligen Originalsprache gelesen – sowie eine PDF-Datei mit allen Texten.
Wenn Ihr eine Übungshilfe anklickt, öffnet sich ein MP3‑Player auf einer neuen Seite. Über die drei Punkte rechts könnt Ihr die Aufnahme in verändertem Tempo abspielen oder herunterladen.
Ein neues Jahr, und schon stapeln sich wieder die Geburtstage — als hätten unsere Chormitglieder nichts Besseres zu tun, als älter zu werden. Diesmal ein fröhliches Halleluja für die Geburtstagsleute! (ich könnte dieses Stück unendliche Male hören). Wir gratulieren den folgenden Sängerinnen und Sängern herzlich und mit einem fröhlichen Zwinkern:
Berlin, Ende der 1920er Jahre. Die Stadt ist ein brodelnder Schmelztiegel: Jazz in den Hinterhöfen, politische Unruhe auf den Strassen, ein Publikum, das nach Neuem hungert. In dieser Atmosphäre begegnen sich zwei Künstler, deren Zusammenarbeit ein Stück Weltgeschichte schreiben wird – Bertolt Brecht und Kurt Weill.
Bertolt Brecht (links) und Kurt Weill (rechts)
Brecht, der junge Dramatiker mit scharfem Blick für die Widersprüche der Gesellschaft, sucht nach einer Form, die das Theater aus der bürgerlichen Behaglichkeit herausreisst. Weill, der Komponist mit Gespür für moderne Klänge, will Musik schaffen, die nicht nur schön klingt, sondern die Wirklichkeit spiegelt. Gemeinsam greifen sie zurück auf eine alte englische Vorlage: John Gays Beggar’s Opera von 1728. Doch was sie daraus machen, ist keine blosse Bearbeitung – es ist eine radikale Neugeburt.
Am 31. August 1928 hebt sich im Theater am Schiffbauerdamm der Vorhang.
Das Publikum sieht London, aber nicht das glanzvolle, sondern ein London der Gauner und Bettler. Dort herrscht Jonathan Peachum, der die Armen wie eine Firma organisiert. Dort zieht Macheath, genannt Mackie Messer, als charmanter Gangster seine Kreise. Und dort verschwimmen die Grenzen zwischen Geschäft und Verbrechen, zwischen Moral und Macht.
Die Musik von Kurt Weill ist anders als alles, was man bis dahin auf einer Opernbühne gehört hat: scharf, jazzig, voller Kabarett-Töne, zugleich ironisch und eingängig. Schon die „Moritat von Mackie Messer“ wird zum Lied, das die Stadt summt, bevor die Vorstellung überhaupt zu Ende ist.
Das Publikum ist elektrisiert. Innerhalb weniger Monate erobert die Dreigroschenoper die Bühnen Europas. Sie ist mehr als ein Theaterstück – sie ist ein Spiegel, der zeigt, wie dünn die Fassade der bürgerlichen Ordnung ist. Brecht und Weill haben eine Oper geschaffen, die nicht in Samt und Seide daherkommt, sondern mit drei Groschen auskommt – und doch unbezahlbar ist in ihrer Wirkung.
So beginnt der Mythos: ein Werk, das bis heute gespielt wird, weil es die unbequeme Wahrheit ausspricht, dass hinter den glänzenden Fassaden oft dieselben Mechanismen wirken wie in der Unterwelt. Die Dreigroschenoper ist nicht nur ein Stück Theatergeschichte – sie ist ein Stück Weltgeschichte.
Herzliche Einladung zur Kinovorführung dieses berührenden Films
DatumUhrzeitOrt 12. oder 13. Februar 2026 20:00 Uhr Kino Apollo Lyss
Die Erarbeitung und Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn mit dem Konzertchor Rapperswil und dem Chorale mennonite régionale Moron unter Leitung von Peter Loosli bildet den roten Faden des Films.Dieser zeigt, wie dank einem engagierten Lehrer «mit Chor im Herzen» aus einem Schüler-Elternkonzert ein örtlicher Singkreis erwächst und sich zu einem überregional anerkannten Konzertchor entwickelt. Die Erzählungen der unterschiedlichsten Menschen, wie, warum und weshalb sie sich engagieren und mitwirken, ergibt ein tiefgehendes Bild, wie gemeinsames Singen, Proben und Auftreten zu einer starken Gemeinschaft zusammenwächst.
Eingeladen sind alle, die irgendeinmal gemeinsam mit dem Dirigenten Peter Loosli musiziert haben, Chormitglieder, Musiker:innen und Ehemalige. Wir freuen uns schon jetzt auf einen unvergesslichen Filmabend – in bester Gesellschaft und herzlichem Wiedersehen.
Weitere Details folgen Anfang Jahr – bitte merkt euch das Datum schon jetzt vor.
Für das OK Beat Loosli, Ursula Ryser, Hans Bauman, Jürg Rindlisbacher, Dorothea Loosli