Die Stimme altert – doch Training kann sie jung halten

(Zusammenfassung des Artikels von Michael Brendler, Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2025)

Mit Mitte dreissig erreicht die menschliche Stimme ihren Höhepunkt. Danach beginnt ein schleichender Prozess: Die Stimmbänder verlieren an Elastizität, die Muskeln bauen ab, die Schleimhäute werden trockener. Die Folge ist eine Stimme, die weniger belastbar ist, schneller ermüdet und an Klangfülle einbüsst. Wer schon nach wenigen Minuten in lauter Umgebung heiser wird, erlebt genau diese altersbedingten Veränderungen.

Was mit den Jahren geschieht:

  • Stimmlippen: Sie schwingen nicht mehr so frei, die Obertöne verschwinden, der Klang wird ärmer.
  • Hormone: Bei Frauen führt die Menopause zu einem Verlust an Höhe, Männer klingen im Alter oft höher.
  • Lunge und Resonanzräume: Der „Blasebalg“ arbeitet weniger effizient, die Atemwege leiten den Klang schlechter weiter.
  • Koordination: Auch das Gehirn tut sich schwerer, den komplexen Prozess der Tonerzeugung zu steuern.

Im hohen Alter – etwa ab 70 oder 80 Jahren – wird die Stimme brüchig und verändert ihre Frequenzlage deutlich.

Gute Nachrichten: Man kann gegensteuern

Regelmässiges Singen, Summen oder Jodeln wirkt wie ein Training für den Kehlkopf. Es stärkt die Stimmlippen, verbessert die Ökonomie des Stimmeinsatzes und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Stimme schnell ermüdet. Auch gezieltes Stimmtraining unter Anleitung von Fachleuten kann helfen, die Belastbarkeit zu erhalten. Ergänzend gelten die klassischen Anti-Aging-Mittel auch für die Stimme: ausreichend Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung.

Fazit

Die Stimme altert – wie jedes Organ. Doch wer sie pflegt, trainiert und bewusst einsetzt, kann den Abbau deutlich verlangsamen.